MO04. Oktober, 19:00UHR

EINE NEUE ÄRA FÜR DEUTSCHLAND

Reihe: Genial Dagegen
KuratorIn: Robert Misik
Vortragende: Kevin Kühnert

YouTube Premiere 

Am 26. September hat Deutschland einen neuen Bundestag gewählt. Auch wenn wir nicht wissen, welche Bundesregierung künftig regieren wird, eines ist klar: Die Ära Angela Merkel ist zu Ende, eine neue beginnt.
Mit Kevin Kühnert wollen wir das Ergebnis der Bundestagswahlen diskutieren, den bemerkenswerten Aufstieg der SPD und Olaf Scholz in den Umfragen im Wahlkampf-Finish und seinen Sieg am Wahlabend, als auch die Lehren einer Wahlkampagne, die durch die SPD beispielsweise in lange nicht gekannter Professionalität und Einigkeit geführt wurde.
Kevin Kühnert, als stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender und eloquenten Repräsentanten des linken Flügels der Partei, ist eine der besten Auskunftspersonen, die man dafür finden kann. Gerade in den vergangenen eineinhalb Jahren ist es ihm und dem Zusammenhalt der führenden Politiker der SPD zu verdanken gewesen, dass die Sozialdemokraten konsequent an einem Strang zogen.
Mit Kevin Kühnert blicken wir ein wenig in die Hinterstübchen der Berliner Innenpolitik – wenige Tage nach der historischen Wahl, mit der die Ära Merkel zu Ende ging.

Kevin Kühnert, 32, ist stellvertretender Vorsitzender der SPD | Bezirksverordneter der SPD in Berlin Tempelhof-Schöneberg. Von November 2017 bis Jänner 2021 war er Bundesvorsitzender der JUSOS.
Robert Misik, Autor und Journalist

MI06. Oktober, 10:00UHR

FROM GENOCIDE TO ECOCIDE

Reihe: Philoxenia
KuratorIn: Tessa Szyszkowitz
Vortragende: Philipp Sands

*** AUSGEBUCHT ***

Café Book Shop Singer
Rabensteig 3, 1010 Wien


Tessa Szyszkowitz in conversation with Philippe Sands
FROM GENOCIDE TO ECOCIDE
How a legal definition of climate crimes could change the fight against climate change

At the 75th anniversary of the first use of the terms “genocide” and “crimes against humanity” in Nuremberg’s courtroom 600 British author and international lawyer Philippe Sands co-chaired an international panel of experts who drafted a definition of “Ecocide” which could sit alongside Genocide, Crimes Against Humanity, War Crimes and the Crime of Aggression in the Rome Statute of the International Criminal Court. The panel comprised a mixture of renowned international criminal lawyers, environmental lawyers and legal scholars with a wide range of backgrounds and perspectives. The group reported in June 2021 with a core definition text in English and accompanying commentary. The campaign “Stop Ecocide” wants to see a legal definition incorporated into the Statute of the International Criminal Court ICC, a hope recently supported by the UN Secretary General and the Pope.

In conversation with Tessa Szyszkowitz, Sands will discuss the origins of international crimes and the prospects for Ecocide, not least in the  fight against climate change
This event will be in English.

Philippe Sands, a British and French author and international lawyer whose grandfather fled Vienna after the Anschluss. He is Professor of Law at University College London and a barrister at Matrix Chambers. His recent books include East West Street (2016) and The Ratline (2020), published in German by S. Fischer Verlag: Rückkehr nach Lemberg. Über die Ursprünge von Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit and Die Rattenline. Ein Nazi auf der Flucht.

Tessa Szyszkowitz, Author and Journalist for Profil, Falter and Cicero. She is also Senior Associate Fellow at the Royal United Services Institute in London.

DO07. Oktober, 19:00UHR

Naher und Mittlerer Osten nach 10 JAHREN ARABISCHER FRÜHLING, 20 JAHREN 9/11

Reihe: Arab/Middle East Changes
KuratorIn: Gudrun Harrer
Vortragende: Reinhard Schulze

ZOOM Live / Facebook Live

Gudrun Harrer im Gespräch mit Reinhard Schulze
DER NAHE UND MITTLERE OSTEN ZEHN JAHRE NACH DEM ARABISCHEN FRÜHLING, 20 JAHRE NACH DEM 11. SEPTEMBER:
DYNAMIKEN UND PROZESSE DES POLITISCHEN, SOZIALEN UND RELIGIÖSEN WANDELS

Die Terroranschläge des 11. Septembers und der Arabische Frühling 2011/2 markieren zwei Höhepunkte in einem Umbruchsprozess, der die politischen Landkarten, die sozialen Welten und die religiösen Ordnungen im Nahen und Mittleren Osten markant veränderten. Neue geopolitische Ordnungsvorstellungen entstanden, die sozialen Welten veränderten sich vor allem durch Emanzipationsprozess der Frauen und der Jugend, tiefgreifende Prozesse der Säkularisierung konkurrieren mit Veränderungen in den religiösen und konfessionellen Landschaften. Die Durchsetzung der Taliban und ihres 2. Emirats in Afghanistan soll als Gelegenheit für eine historische und systematische Rückschau auf die Transformationen genutzt werden, die das gewohnte Gesicht des Nahen und Mittleren Osten tiefgreifend verändert haben und weiterhin verändern.

Reinhard Schulze, Direktor Forum Islam und Naher Osten, Universität Bern
Gudrun Harrer, Leitende Redakteurin, Der Standard; Lektorin für Moderne Geschichte und Politik des Nahen und Mittleren Ostens an der Universität Wien und an der Diplomatischen Akademie Wien

FR08. Oktober, 13:00UHR

DAS WOHL DES KINDES IM ASYL- UND BLEIBERECHT

Reihe: 2021: Solidarität und Krise
Vortragende: R. Wodak, E. Berger, I. Griess, M. Berger

Für diese Veranstaltung ist die schriftliche Anmeldung verpflichtend. Es stehen 70 Sitzplätze zur Verfügung. Es gilt die zu diesem Zeitpunkt geltende COVID-Regelung.

DAS WOHL DES KINDES IM ASYL- UND BLEIBERECHT
EINE DISKUSSION DES BERICHTS DER KINDESWOHLKOMMISSION

Flucht und Exil bedeuten für Kinder fast immer schwere und nachhaltig wirksame Belastungen. Der Schutz der Kinderrechte wird daher in allen internationalen und nationalen Rechtsnormen als vorrangiges Prinzip definiert. Der Umgang damit in der Realität des politischen Alltags ist allerdings meist ein anderer und nimmt die Traumatisierung von Kindern in Kauf. Hierzulande geriet die Frage der Beachtung des Kindeswohls im Asyl und Bleiberechtsverfahren Ende Jänner dieses Jahres ins Zentrum öffentlicher Aufmerksamkeit, als drei in Österreich lebende und gut integrierte minderjährige Schülerinnen nach Georgien bzw. Armenien abgeschoben wurden. In weiterer Folge wurde ein Gremium von Expert*Innen vom Justizministerium mit der Aufgabe betraut, eine Evaluierung der praktischen Handhabung und des Stellenwertes des Kindeswohls und der Kinderrechte im österreichischen Recht sowie in verwaltungsbehördlichen und gerichtlichen Entscheidungen vorzunehmen und darüber Bericht zu legen; und dies im internationalen Vergleich. In Fortsetzung des im Mai stattgefundenen ersten Symposiums zum Thema Was Flucht und Migration mit Kindern macht, das psychische und rechtliche Fragen beleuchtete, analysiert diese zweite Veranstaltung in erweiterter Besetzung den jüngst publizierten Bericht der Kindeswohlkommission.

Univ. Prof. Dr. Ernst Berger ist Kinderpsychiater, Psychotherapeut und Entwicklungsforscher; Mitglied der Kindeswohlkommission.
Em. Prof. Dr. DDr.h.c. Ruth Wodak ist Sprachsoziologin und Diskursforscherin.

Ein Symposium in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Exilforschung.

13:00 Einleitung: Ruth Wodak, Ernst Berger

13:15 Panel 1: Kann der Bericht der Kindeswohlkommission an der österreichischen Praxis etwas verändern?

Vortrag: Irmgard Griss
Discussants: Lisa Wolfsegger, Nora Ramirez-Castillo, Christoph Reinprecht

15:00  Panel 2: Internationale Perspektiven zu Kinderrechten im Asyl- und Fremdenrecht

Vortrag: Maria Berger
Discussants: Gerald Knaus, Philipp Ther

Teilnehmer*innen:

Univ. Professor Dr. Ernst Berger, Kinder- und Jugendpsychiater, Med. Universität Wien, Mitglied der Kindeswohlkommission
Dr Maria Berger, Juristin, ehem. Justizministerin und ehem. Richterin des Europäischen Gerichtshofs
Dr. Irmgard Griss, Juristin, Leiterin der Kindewohlkommission, ehem. Präsidentin des OGH, Leiter der Kindeswohlkommission
Dr. Gerald Knaus, Soziologe, European Stability Initiative, Berlin
Mag. Dr. Nora Ramirez-Castillo, Psychologin und Psychotherapeutin, Hemayat
Univ. Professor Mag. Dr. Christoph Reinprecht, Soziologe, Vizerektor, Universität Wien
Univ. Professor Dr. Philipp Ther, MA., Historiker, Universität Wien
Em. Distinguished Professor Dr. DDr.h.c. Ruth Wodak, Sprachsoziologin und Diskursforscherin, University Lancaster/Universität Wien
Lisa Wolfsegger, Expertin für Kinderflüchtlinge, Asyl Koordination Österreich

MO11. Oktober, 19:00UHR

CHANCEN ERKENNEN UND MÖGLICHKEITEN NUTZEN

Reihe: 2021: Solidarität und Krise
Vortragende: Peter Hanke, Rudolf Scholten

YouTube Premiere „Aus Kreiskys Wohnzimmer“

Rudolf Scholten im Gespräch mit Peter Hanke

CHANCEN ERKENNEN UND MÖGLICHKEITEN NUTZEN
Krisenmanagement und Zukunftsperspektiven in Wien

Wenige sind mit allen Aspekten und Facetten des Wirtschaftsstandorts Wien so vertraut wie Peter Hanke.
Seit Mai 2018 ist er amtsführender Stadtrat für Finanzen, Arbeit und Internationales von Wien. In der nach den letzten Wiener Landtags- und Gemeinderatswahlen im November 2020 gebildeten sozialliberalen Koalitionsregierung unter Bürgermeister Michael Ludwig übernahm er zusätzlich die Verantwortung für die Wiener Stadtwerke.
Wie steht Wien nach eineinhalb Jahren Pandemie wirtschaftlich da, wie sieht es am Arbeitsmarkt aus, wo liegen derzeit die Hauptaufgaben der Wiener Wirtschaftspolitik, wie gestaltet sich das internationale Umfeld? BKF-Präsident Rudolf Scholten hat darüber und über weitere für Wiens Zukunft wesentliche Themen in Kreiskys Wohnzimmer ein Gespräch geführt.

Peter Hanke, Stadtrat für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Wiener Stadtwerke
Rudolf Scholten, Präsident des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog, Aufsichtsratspräsident der Wiener Festwochen und des Österreichischen Filminstituts

Peter Hanke ist in 1964 in Wien geboren, hat hier die Schule besucht und an der Universität Wien Betriebswirtschaft studiert. Danach war er in Wiener Unternehmen tätig, ab 1993 im Bereich der Wien Holding. Von 2002-2018 war Peter Hanke Geschäftsführer der Wien Holding, die mit ihren rund 75 Unternehmen in vier Geschäftsfeldern – Kultur, Immobilien, Logistik und Medien – einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, dass Wien im Wettbewerb europäischer Städte ausgezeichnet positioniert ist.

MI13. Oktober, 19:00UHR

MENSCHENRECHTSPOLITIK MIT HANDLUNGSBEDARF

Reihe: Wissenschaftsgespräche
Vortragende: Manfred Nowak, Ruth Wodak

Für diese Veranstaltung ist die schriftliche Anmeldung verpflichtend. Es stehen 70 Sitzplätze zur Verfügung. Es gilt die zu diesem Zeitpunkt geltende COVID-Regelung.

Ruth Wodak im Gespräch mit Manfred Nowak
MENSCHENRECHTSPOLITIK MIT HANDLUNGSBEDARF

Menschenrechte gehen uns alle an. Das hat zuletzt die Corona Pandemie und die damit in Zusammenhang stehende Einschränkung der Grundrechte verdeutlicht. Wie aber steht es eigentlich mit den Menschenrechten in Österreich und wie ambitioniert ist Österreich in der Menschenrechtspolitik? Dazu diskutiert Ruth Wodak im Rahmen der Wissenschaftsgespräche mit dem Experten Manfred Nowak. Bereiche, die dabei ebenfalls zur Sprache kommen sind Asyl und Migrationsfragen, Möglichkeiten zur humaneren Gestaltung der Flüchtlingspolitik, sowie der Zustand des österreichischen Menschenrechtsschutzes. Dass wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte in der Verfassung ebenso fehlen wie eine unabhängige Menschrechtsinstitution, ist ein Mangel, bei dem Manfred Nowak akuten Handlungsbedarf sieht. Er fordert darüber hinaus einen umfassenden Nationalen Aktionsplan für Menschenrechte, ein umfassendes Anti-Diskriminierungsgesetz, und eine „Polizei-Polizei“ zur unabhängigen Untersuchung und Verfolgung von Misshandlungsvorwürfen. Aber auch bei Rechten von Kindern und Menschen mit Behinderung ortet er Aufholbedarf.

Em. Prof. Dr. DDr.h.c. Ruth Wodak ist Sprachsoziologin, Diskursforscherin, Beirätin im Wiener Forum Für Demokratie und Menschenrechte und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Bruno Kreisky Forums

Univ. Professor Dr. Manfred Nowak ist Generalsekretär des Global Campus of Human Rights, Venedig, und Vorstandsmitglied im Wiener Forum für Demokratie und Menschenrechte. Als unabhängiger Experte leitete er jüngst die 2019 erschienene Studie United Nations Global Study on Children Deprived of Liberty. Manfred Nowak ist Gründer des Ludwig Boltzmann-Instituts für Menschenrechte.

DO14. Oktober, 18:00UHR

POLITIK MIT HALTUNG

Reihe: Demokratie Reloaded
KuratorIn: Isolde Charim
Vortragende: Franz Vranitzky, Sabine Gruber, David Schalko, Corinna Milborn

*** AUSGEBUCHT ***

Buchpräsentation

Margaretha Kopeinig

FRANZ VRANITZKY
POLITIK MIT HALTUNG

Innen- und außenpolitische Spannungen begleiteten Franz Vranitzkys politische Karriere. Als Bundeskanzler der Republik Österreich (1986–1997) kämpfte er mit Diplomatie, inhaltlicher Kompetenz und persönlichem Engagement für ein angesehenes Österreich. Seine Kanzlerjahre begannen turbulent: die Übernahme der FPÖ durch Jörg Haider, die noch 1986 zu Neuwahlen führt, die Waldheim-Affäre mit internationalen Auswirkungen und die EU-Beitrittsverhandlungen. Durch das Eingestehen der österreichischen Mitschuld an den Nazi-Verbrechen trägt Vranitzky zu einem neuen Geschichtsbewusstsein bei. Als überzeugter Antifaschist tritt er noch heute gegen Antisemitismus und Rassismus auf und mahnt vor autoritären Systemen sowie dem Abbau des Rechtsstaates und der Demokratie in Europa.

Die Journalistin und Autorin Margaretha Kopeinig hat mit Franz Vranitzky über die großen Grundsatzfragen seines Lebens und seiner politischen Laufbahn gesprochen. Franz Vranitzky ist überzeugt davon, dass Politik selbst in Krisensituationen Haltung bewahren muss – heute immer noch hochaktuell.

Begrüßung:
Rudolf Scholten, Präsident des Bruno Kreisky Forums

Zum Buch:
Benedikt Föger, Czernin-Verlag

Ein Gespräch über Politik mit Haltung:
Franz Vranitzky, Bundeskanzler a.D., Gründungs- und Ehrenpräsident des Bruno Kreisky Forums
Sabine Gruber, Schriftstellerin, Publizistin
David Schalko, Regisseur, Schriftsteller
Moderation: Corinna Milborn, Autorin, Journalistin, Infochefin bei ProSieben.Sat1.PULS4

In Zusammenarbeit mit dem Czernin-Verlag

MO18. Oktober, 19:00UHR

VERSAGT EUROPA?

Reihe: Philoxenia
KuratorIn: Tessa Szyszkowitz
Vortragende: Gesine Schwan

Für diese Veranstaltung ist die schriftliche Anmeldung verpflichtend. Es stehen 70 Sitzplätze zur Verfügung. Es gilt die zu diesem Zeitpunkt geltende COVID-Regelung.

Tessa Szyszkowitz im Gespräch mit GESINE SCHWAN
VERSAGT EUROPA?

Das Fiasko in Afghanistan macht es einmal mehr deutlich: Die Flüchtlingspolitik Europas ist unkoordiniert. Einige Mitgliedsstaaten wie Österreich wollten sogar noch in den Tagen, an denen Kabul an die Taliban fiel, abgelehnte Asylwerber aus Österreich zurück nach Afghanistan deportieren, statt besonders gefährdeten Afghaninnen Asyl anzubieten.
Die deutsche Sozialdemokratin Gesine Schwan, zweimal als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin nominiert, ruft in ihrer mit Malisa Zobel verfassten Streitschrift “Europa Versagt” zu einer mutigeren Immigrationspolitik auf und zeigt, was getan werden muss. Sie bietet konkrete Vorschläge für eine Flüchtlingspolitik auf europäischer Ebene an.

Gesine Schwan, 1943 in Berlin geboren, stammt aus einer sozial engagierten Familie, die im Nationalsozialismus protestantischen und sozialistischen Widerstandskreisen angehörte. 1972 trat sie unter dem Eindruck von Willy Brandts Ostpolitik in die SPD ein. 2004 wurde die Professorin für Politikwissenschaft mit dem Marion Döhnhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. 2004 und 2008 nominierte die SPD Gesine Schwan für das Amt der Bundespräsidentin.

Tessa Szyszkowitz, in London lebende Journalistin für profil, Welt-Kolumnistin beim Falter, Autorin (“Echte Engländer. Britannien und der Brexit”).

DI19. Oktober, 19:00UHR

KONFLIKTLANDSCHAFTEN DES SÜDSUDAN

Reihe: Africa. Dimensions of a Continent
KuratorIn: Georg Lennkh
Vortragende: Jan Pospisil

Für diese Veranstaltung ist die schriftliche Anmeldung verpflichtend. Es stehen 70 Sitzplätze zur Verfügung. Es gilt die zu diesem Zeitpunkt geltende COVID-Regelung.

Jan Pospisil im Gespräch mit Georg Lennkh

KONFLIKTLANDSCHAFTEN DES SÜDSUDAN
Eine Bilanz von 10 Jahren Unabhängigkeit

Zehn Jahre nach Erlangen der Unabhängigkeit befindet sich die junge Republik Südsudan nach einem zunächst vielversprechenden Beginn seit 2013 in einem komplexen und schwer durchschaubaren Bürgerkrieg, der der Öffentlichkeit wenig zugänglich ist. In seinem neu erschienen Buch „Konfliktlandschaften des Südsudan“ analysiert der österreichische Südsudankenner Jan Pospisil im Detail die Fragmente des jungen Staates und spannt einen Bogen, der die koloniale Vergangenheit und deren Auswirkungen ebenso berücksichtigt wie den Transitionsprozess und die Ethnopolitik. Das akribisch verfasste Buch ist Anknüpfungspunkt für ein Gespräch, das den Versuch unternimmt, über ein Dekade Unabhängigkeit Bilanz zu ziehen und in einen mulitipolaren Kontext zu betten. Dabei wird auch die Rolle der Nachbarländer und regionaler Organisationen (insbesondere der IGAD und der AU), sowie der internationalen Gemeinschaft und der EU zur Sprache kommen.

Jan Pospisil, Österreichischer Wissenschaftler und Forschungsdirektor am Austrian Study Centre for Peace and Conflict Resolution, Privatdozent für Politikwissenschaft an der Uni Wien und Forscher im Rahmen des Political Settlements Research Programme (PSRP) an der Universität Edinburgh.

Ishraga Mustafa Hamid, Schriftstellerin, Übersetzerin, Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin sudanesischer Herkunft

Georg Lennkh, ehemaliger österreichischer Sonderbotschafter der österreichischen Bundesregierung für Afrika

DO21. Oktober, 19:00UHR

UNGARN 1956 – 2021

Reihe: Auf der Suche nach Europa
KuratorIn: Ulrike Guérot
Vortragende: Cathrin Kahlweit, Paul Lendvai

YouTube-Premiere
AUS KREISKYS WOHNZIMMER

Zum 65. Jahrestag des Ungarn-Aufstands im Herbst 1956

Cathrin Kahlweit im Gespräch mit Paul Lendvai
UNGARN 1956 – 2021

Im 23. Oktober 1956 löste eine Demonstration von Studenten in Budapest einen Volksaufstand gegen das kommunistische System in Ungarn aus. Die Sowjetarmee schlug den Aufstand am 4. November 1956 brutal nieder. 3000 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende wurden verwundet, rund 200.000 flüchteten Richtung Westen. Paul Lendvai, 1929 in Budapest geboren, war damals Journalist (allerdings mit Berufsverbot belegt) und erlebte hautnah jene dramatischen Tage. Im Jänner 1957 konnte er Ungarn verlassen und lebt seither als Journalist und Autor in Wien. Die mit Sowjet-Panzern niedergewalzten Hoffnungen auf einen friedlichen Übergang zu einem Mehrparteiensystem, zu Demokratie und Freiheit sollten sich für die Ungarn erst mit dem Zusammenbruch des kommunistischen „Ostblocks“ 1989/1990 erfüllen. Im März 1990 fanden die ersten freien Parlamentswahlen Ungarns seit 1947 statt. 1999 wurde Ungarn Mitglied der NATO, 2004 Mitglied der Europäischen Union. Im Mai 2010 wurde Viktor Orbán zum zweiten Mal (nach 1998-2002) Ministerpräsident und begann, gestützt auf das mit 2/3-Mehrheit ausgestattete Rechtsbündnis Fidesz-KDNP, Ungarns staatliches System nach seinen Vorstellungen zu transformieren. Im Juli 2021 leitete die Europäische Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Ungarn (und Polen) im Zusammenhang mit dem Schutz der Grundrechte ein.

Cathrin Kahlweit spricht mit Paul Lendvai über Ungarns Weg seit jenen dramatischen Wochen im Herbst 1956 und seine Einschätzung der Entwicklung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in unserem Nachbarland.

Paul Lendvai ist Leiter des ORF-Europastudios, Kolumnist für den Standard und Autor von 17 erfolgreichen Sachbüchern. Er war Chefredakteur der Europäischen Rundschau, Korrespondent der Financial Times, Chefredakteur der Osteuropa-Redaktion des ORF und Intendant von Radio Österreich International.

Cathrin Kahlweit ist Korrespondentin für Mittel- und Osteuropa der Süddeutschen Zeitung

 

Paul Lendvais Standard-Werk Die Ungarn ist im August 2020 in aktualisierter, erweiterter Neuauflage im Ecowin-Verlag (ISBN-13 9783711002662) erschienen. Sein Buch Orbans Ungarn, für das er 2018 mit dem Europäischen Buchpreis ausgezeichnet wurde, ist im Jänner 2021 ebenfalls in aktualisierter Neuauflage bei Kremayr&Scheriau (ISBN 978-3-218-01261-4) erschienen.