VERANSTALTUNG

ARI RATH PREIS FÜR KRITISCHEN JOURNALISMUS

mit Alexandra Föderl-Schmid, Ferdiand Lacina, Hans Rauscher, Heide Schmidt, Renata Schmidtkunz
ORT:
Bruno Kreisky Forum
Sprache:
Veranstaltung auf Deutsch
Bruno Kreisky Special

EXIL-FLUCHT-VERTREIBUNG

Der „Ari-Rath-Preis für kritischen Journalismus“ wurde auf der Basis einer Privatinitiative eingerichtet, um im Sinne des im Jänner 2017 verstorbenen renommierten ehemaligen Chefredakteurs der Jerusalem Post Journalistinnen und Journalisten auszuzeichnen, die sich in ihrer Arbeit um eine kritische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Berichterstattung über Flucht, Vertreibung und Asyl in hervorragender Weise verdient gemacht haben.

Eine Jury von Expertinnen und Experten unter dem Vorsitz von Gertraud Auer Borea d’Olmo, der langjährigen ehemaligen Generalsekretärin des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog und enge Vertraute von Ari Rath, hat einstimmig Renata Schmidtkunz und Hans Rauscher für den „Ari Rath Preis für kritischen Journalismus“ 2026 vorgeschlagen.

Begrüßung: Sabine Kroissenbrunner, Generalsekretärin des Kreisky Forums
Begründung der Jury und Laudatorin: Alexandra Föderl-Schmid, Journalistin

Laudatorin: Heide Schmidt, Politikerin und Juristin, ehemalige Dritte Nationalratspräsidentin
Preisträgerin: Renata Schmidtkunz, Journalistin, Moderatorin, Redakteurin und Filmemacherin

Laudator: Ferdinand Lacina, Politiker, ehemaliger Bundesminister für Finanzen der Republik Österreich
Preisträger: Hans Rauscher, Journalist und Buchautor, Kolumnist bei DER STANDARD

Renata Schmidtkunz, geboren 1964 in Hattingen an der Ruhr (BRD), kam als fünfjähriges Kind mit ihren Eltern & Geschwistern nach Österreich. Sie wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus in Niederösterreich, Oberösterreich & Kärnten auf. Nach der Matura studierte sie Evangelische Theologie in Wien und Montpellier (FR).
1989 begann sie für den Bayerischen Rundfunk in München in der Abteilung “Kirche & Welt” zu arbeiten. In dieser Zeit entstand ihr bis heute anhaltendes Interesse für die Verbindung von Medien und Theologie. Gemeinsam mit dem katholischen Publizisten Dr. Peter Pawlowsky baute Schmidtkunz ab 1990 die an den Methoden des hochkarätigen Journalismus orientierte Hauptabteilung “Religion” im ORF Fernsehen auf. In Zusammenarbeit mit dem Team entstanden neue Formate, wie z.B. die Sendungen “Kreuz & Quer”, “Die Box”, “Was glaubst du?”, “Religionen der Welt” & viele mehr. Zwischen 1992 & 2012 entstanden über 40 Dokumentarfilme & Fernsehbeiträge zu den Themen Geschichte, Religion und Ethik.
2011 hatte ihr Dokumentarfilm, “Das Weiterleben der Ruth Klüger” seine Premiere bei der VIENNALE. Von 2008 bis 2012 moderierte Renata Schmidtkunz die ORF-Diskussionssendung “Club 2”.
Zwischen 1990 & 2012, arbeite Renata Schmidtkunz auch für die ORF/3sat Redaktion und ab 1995 auch für Ö1. Dort moderierte die Sendung “Standpunkte”, von 2003 bis 2013 das “Radiokolleg” und ab 1999 unter der Leitung von Peter Huemer und später Michael Kerbler die Sendung “Im Gespräch”. Von 2013 bis Ende 2025 war sie die Leiterin & Hauptmoderatorin der Sendung. Berühmte und nicht berühmte Menschen wie der Schauspieler Sir Peter Ustinov, die us-amerikanische Bürgerrechtsaktivistin Angela Davis, der Schriftsteller Umberto Eco, die Kärtner Bergbäuerin Lisl Wirnsberger, die Nobelpreisträgerin Hertha Müller, der Schauspieler John Malkovic und der Berliner Hochbettenbauer Hans-Jörg Görs, um nur einige zu nennen, waren bei ihr zu Gast.
Ihr zivilgesellschaftliches Engagement jenseits des ORF reicht von der Vorstandstätigkeit beim Jüdischen Filmfestival Wien (2010 bis 2025), Mitinitiatorin des Volksbegehrens “Sozialstaat Österreich” (2001/2002), Vorstandsmitglied der “Fondation pour l’aide au protestantisme réformé” im Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf, über Vorträge für NGOs, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Schulen und Kultur-Institutionen.
Ihr Interesse gilt bis heute den Fragen der Theologie, der Philosophie, der Politik, der Gesellschaft, des Friedens sowie den Fragen des Menschen- und Völkerrechtes.

Hans Rauscher, geboren am 11. Dezember 1944 in Wien, studierte nach der Matura (1963) Zeitungswissenschaft und Geschichte an der Universität Wien. Seine Journalisten-Karriere begann er 1965 als Mitarbeiter der Zeitschrift "Der Österreichische Volkswirt". 1970 wechselte Rauscher in die Redaktion des neu gegründeten Wirtschaftsmagazins "Trend", das Oscar Bronner und Jens Tschebull bewusst im Gegensatz zum bisher strukturell machtnahen Wirtschaftsjournalismus positionierten. Rauscher schrieb etwa gleich zu Beginn eine kritische Geschichte über die Schoellerbank, die die Zeitschrift prompt in einen Konflikt mit der Wiener Handelskammer brachte. 1974/1975 arbeitete er in der Chefredaktion des Wirtschaftsmagazins "Ecco", das 1975 im Nachrichtenmagazin "Profil" aufgegangen ist.
Danach wechselte der Journalist zum "Kurier". Er schrieb Kolumnen und Leitartikel und leitete von 1977 bis 1980 den "Sonntagskurier". 1980 wurde er stellvertretender Chefredakteur sowie Leiter des Innenpolitischen Ressorts, von 1992 bis 1996 war er Chefredakteur des "Kurier". Außerdem schrieb er in den 1980er Jahren Gastkommentare für "Profil" und "Wirtschaftswoche/Wochenpresse.
1997 wechselte Rauscher als Kolumnist zur Tageszeitung "Der Standard" und zum Wochenmagazin "Format" (die Zeitschrift wurde 2016 mit "Trend" fusioniert). Zu Rauschers Schwerpunkten gehören unter anderem Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, sein Einsatz für die liberale Demokratie, Probleme der Zuwanderung und Integration sowie europäische Zeitgeschichte.
Rauscher betrachtet sich "als Mitglied der Zivilgesellschaft, die in einem Land mit starkem autoritärem Denken versucht, dafür zu sorgen, dass dieses autoritäre Denken nicht die Oberhand gewinnt." Dafür setzt Rauscher vermehrt auf die sogenannten neuen Medien und tritt konsequenterweise für einen kostenlosen Zugang zur Online-Ausgabe des "Standard" ein, weil man dadurch neues Publikum erreichen könne. Er selbst bittet in unregelmäßigen Abständen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler sowie Meinungsbildner wie etwa Manfried Rauchensteiner, André Heller oder Hugo Portisch für seinen auf der Seite des "Standard" erscheinenden Videoblog "RAU-TV" vor die Kamera. Rauscher ist als Experte auch häufiger Gast von Diskussionsveranstaltungen.
Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlicht Hans Rauscher Monografien zur Zeitgeschichte. Im zuletzt erschienenen Buch "Was gesagt werden muss, aber nicht gesagt werden darf" greift er Themen wie die Flüchtlingsdebatte, Populismus und die Rolle des Journalismus auf.
Fallweise schreibt Rauscher auch literarische Texte, darunter ein Couplet für die Aufführung von Nestroys "Zu ebener Erde und erster Stock" am Wiener Volkstheater (2015).

Mitglieder der Jury:
Gertraud Borea d’Olmo, Vorstandsmitglied, Bruno Kreisky Forum, Legatarin von Ari Rath
Alexandra Föderl-Schmid, Süddeutsche Zeitung
Fritz Hausjell, Professor em. Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften; Reporter ohne Grenzen
Oliver Rathkolb, Professor em. Institut für Zeitgeschichte

Anmeldung:

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