DIE FALSCHEN FREUNDE DER EINFACHEN LEUTE

Buchpräsentation
Robert Misik im Gespräch mit Michel Reimon
Die falschen Freunde der einfachen Leute
„Für die oberen Schichten bedeutet Wandel, dass du dich weiter entwickelst oder ein Start-up gründest. Für die Arbeiterklasse heißt Wandel meist, dass du gefeuert wirst.“
Die arbeitenden Klassen sind ökonomischer Konkurrenz ausgesetzt, machen Abstiegserfahrungen, erleben sich als austauschbar und sehen ihre Lebensweisen kulturell abgewertet. Es gibt eine Wut der »einfachen Leute«, die mit den Werten und Normen zusammenhängt, die sich in den vergangenen 200 Jahren in den popularen Klassen entwickelt haben. Dem Ethos von harter Arbeit; dass man nichts geschenkt bekommt; dass einem aber Respekt für die eigenen Leistungen gebührt. Dazu gehört auch ein egalitärer Geist: dass jeder gleich viel wert ist; ein Stolz darauf, »normal« zu sein; ein Gemeinschaftssinn mit Lokalpatriotismus und einer rebellischen, aber zugleich traditionellen Kultur.
Robert Misik beschreibt plastisch und mit viel Empirie, wie sich die Werte der arbeitenden Klassen entwickelt haben – und wie sie von den falschen Freunden der »einfachen Leute« jetzt ausgenutzt werden. Man kann den Aufschwung des Populismus nicht erklären, wenn man die verborgenen Verwundungen in einer Klassengesellschaft nicht versteht.
Robert Misik, Autor und Journalist spricht mit Michel Reimon über sein aktuelles Buch.
Robert Misik
Die falschen Freunde der einfachen Leute
Gepl. Erscheinen: 11.11.2019
edition suhrkamp 2741, Taschenbuch, 160 Seiten
ISBN: 978-3-518-12741-4