„ERZÄHL MAL, CHARLY“

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AUS KREISKYS WOHNZIMMER
robert misik im gespräch mit karl blecha
„ERZÄHL MAL, CHARLY“
Karl Blecha ist jetzt schon 88 Jahre, dabei war er bis vor kurzer Zeit noch in der ersten Reihe im politischen Tagesgeschäft, zuletzt etwa als Präsident des Pensionistenverbandes. Bald 70 Jahre ist er jetzt schon politisch aktiv, es begann bei den Sozialistischen Mittelschülern, er war als junger Mann als Unterstützer der algerischen Freiheitsbewegung aktiv, Fotos zeigen ihn im Kreise der Unabhängigkeitskämpfers und Guerilleros. Zentralsekretär, Vize-Parteichef der SPÖ, Innenminister - es gibt kaum eine Funktion, die er nicht bekleidete.
Er war Programmdenker und hemdsärmeliger Macher, großer Diskutant, der doch auch die Organisation mit Autorität führen konnte. Die große Ära Bruno Kreiskys ist auch untrennbar mit ihm verbunden, genauso wie die Schattenseiten einer Karriere. Im Zuge der Noricum- und Lucona-Affäre trat er zurück, später wurde er sogar zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt. Und doch gelang es ihm, als Political Animal zurückzukehren, denn straucheln ist das eine, hinterher sich wieder aufrappeln das andere.
Im Gespräch mit Robert Misik blickt „der Charly“, wie er stets von allen genannt wurde, auf die Erfahrungen eines Politikerlebens zurück, das wie wenige gleich mehrere Epochen umspannte.
Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs a.D.
Robert Misik, Autor und Journalist
Karl Blecha (* 16. April 1933 in Wien), genannt Charly Blecha, ist ein österreichischer Politiker der Sozialdemokratischen Partei Österreichs (SPÖ). Blecha war von 1983 bis 1989 Innenminister der Republik Österreich, 1989 trat er von seinen Ämtern aufgrund seiner Verwicklung in die Lucona-Affäre und die Noricum-Affäre zurück. Von 1999 bis 2018 war er Präsident des Pensionistenverbands Österreichs.