GESELLSCHAFT DER ANGST

Heinz Bude
Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie an der Universität Tübingen und an der Freien Universität Berlin. Seit 1992 arbeitet Heinz Bude am Hamburger Institut für Sozialforschung und hat seit dem Jahr 2000 einen Lehrstuhl für Makrosoziologie an der Universität Kassel.
Moderation: Isolde Charim, Autorin und Philosophin
Am Leitfaden des Erfahrungsbegriffs der Angst erfasst Heinz Bude eine Gesellschaft der verstörenden Ungewissheit, der runtergeschluckten Wut und der stillen Verbitterung. Das betrifft die Intimbeziehungen genauso wie die Arbeitswelt, das Verhältnis zu den politischen Angeboten ebenso wie die Haltung zur Finanzdienstleistung. Börsenkrisen, unübersichtliche Datenströme, Datenspeicherung, diese Begriffe machen Angst, und dennoch surfen wir weiter im www und steigen in die Achterbahn der Finanzmärkte, wenn sich die Möglichkeit einer Geldvermehrung bietet. Welchen gesellschaftlichen Entwicklungen sehen sich die Menschen ausgeliefert, wo fühlen sie sich verlassen, bevormundet oder übergangen? Wie kann unser Ich der Angst standhalten und in welchen Ritualen und Diskursen kann es sich mit anderen über die gemeinsamen Ängste verständigen? Diese und viele andere Fragen wird Heinz Bude in seinem Vortrag behandeln.
Heinz Budes Buch Gesellschaft der Angst ist im September 2014 im Verlag Hamburger Edition erschienen (168 Seiten
ISBN 978-3-86854-284-4)