EXIL-FLUCHT-VERTREIBUNG
Der „Ari-Rath-Preis für kritischen Journalismus“ wurde auf der Basis einer Privatinitiative eingerichtet, um im Sinne des im Jänner 2017 verstorbenen renommierten ehemaligen Chefredakteurs der Jerusalem Post Journalistinnen und Journalisten auszuzeichnen, die sich in ihrer Arbeit um eine kritische und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtete Berichterstattung über Flucht, Vertreibung und Asyl in hervorragender Weise verdient gemacht haben.
Eine Jury von Expertinnen und Experten unter dem Vorsitz von Gertraud Auer Borea d’Olmo, der langjährigen ehemaligen Generalsekretärin des Bruno Kreisky Forums für internationalen Dialog und enge Vertraute von Ari Rath, hat einstimmig Renata Schmidtkunz und Hans Rauscher für den „Ari Rath Preis für kritischen Journalismus“ 2026 vorgeschlagen.
Begrüßung: Sabine Kroissenbrunner, Generalsekretärin des Kreisky Forums
Begründung der Jury und Laudatorin: Alexandra Föderl-Schmid, Journalistin
Laudatorin: Heide Schmidt, Politikerin und Juristin, ehemalige Dritte Nationalratspräsidentin
Preisträgerin: Renata Schmidtkunz, Journalistin, Moderatorin, Redakteurin und Filmemacherin
Laudator: Ferdinand Lacina, Politiker, ehemaliger Bundesminister für Finanzen der Republik Österreich
Preisträger: Hans Rauscher, Journalist und Buchautor, Kolumnist bei DER STANDARD
Renata Schmidtkunz, geboren 1964 in Hattingen an der Ruhr (BRD), kam als fünfjähriges Kind mit ihren Eltern & Geschwistern nach Österreich. Sie wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus in Niederösterreich, Oberösterreich & Kärnten auf. Nach der Matura studierte sie Evangelische Theologie in Wien und Montpellier (FR).
1989 begann sie für den Bayerischen Rundfunk in München in der Abteilung “Kirche & Welt” zu arbeiten. In dieser Zeit entstand ihr bis heute anhaltendes Interesse für die Verbindung von Medien und Theologie. Gemeinsam mit dem katholischen Publizisten Dr. Peter Pawlowsky baute Schmidtkunz ab 1990 die an den Methoden des hochkarätigen Journalismus orientierte Hauptabteilung “Religion” im ORF Fernsehen auf. In Zusammenarbeit mit dem Team entstanden neue Formate, wie z.B. die Sendungen “Kreuz & Quer”, “Die Box”, “Was glaubst du?”, “Religionen der Welt” & viele mehr. Zwischen 1992 & 2012 entstanden über 40 Dokumentarfilme & Fernsehbeiträge zu den Themen Geschichte, Religion und Ethik.
2011 hatte ihr Dokumentarfilm, “Das Weiterleben der Ruth Klüger” seine Premiere bei der VIENNALE. Von 2008 bis 2012 moderierte Renata Schmidtkunz die ORF-Diskussionssendung “Club 2”.
Zwischen 1990 & 2012, arbeite Renata Schmidtkunz auch für die ORF/3sat Redaktion und ab 1995 auch für Ö1. Dort moderierte die Sendung “Standpunkte”, von 2003 bis 2013 das “Radiokolleg” und ab 1999 unter der Leitung von Peter Huemer und später Michael Kerbler die Sendung “Im Gespräch”. Von 2013 bis Ende 2025 war sie die Leiterin & Hauptmoderatorin der Sendung. Berühmte und nicht berühmte Menschen wie der Schauspieler Sir Peter Ustinov, die us-amerikanische Bürgerrechtsaktivistin Angela Davis, der Schriftsteller Umberto Eco, die Kärtner Bergbäuerin Lisl Wirnsberger, die Nobelpreisträgerin Hertha Müller, der Schauspieler John Malkovic und der Berliner Hochbettenbauer Hans-Jörg Görs, um nur einige zu nennen, waren bei ihr zu Gast.
Ihr zivilgesellschaftliches Engagement jenseits des ORF reicht von der Vorstandstätigkeit beim Jüdischen Filmfestival Wien (2010 bis 2025), Mitinitiatorin des Volksbegehrens “Sozialstaat Österreich” (2001/2002), Vorstandsmitglied der “Fondation pour l’aide au protestantisme réformé” im Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf, über Vorträge für NGOs, Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Schulen und Kultur-Institutionen.
Ihr Interesse gilt bis heute den Fragen der Theologie, der Philosophie, der Politik, der Gesellschaft, des Friedens sowie den Fragen des Menschen- und Völkerrechtes.
Hans Rauscher, geboren am 11. Dezember 1944 in Wien, studierte nach der Matura (1963) Zeitungswissenschaft und Geschichte an der Universität Wien. Seine Journalisten-Karriere begann er 1965 als Mitarbeiter der Zeitschrift "Der Österreichische Volkswirt". 1970 wechselte Rauscher in die Redaktion des neu gegründeten Wirtschaftsmagazins "Trend", das Oscar Bronner und Jens Tschebull bewusst im Gegensatz zum bisher strukturell machtnahen Wirtschaftsjournalismus positionierten. Rauscher schrieb etwa gleich zu Beginn eine kritische Geschichte über die Schoellerbank, die die Zeitschrift prompt in einen Konflikt mit der Wiener Handelskammer brachte. 1974/1975 arbeitete er in der Chefredaktion des Wirtschaftsmagazins "Ecco", das 1975 im Nachrichtenmagazin "Profil" aufgegangen ist.
Danach wechselte der Journalist zum "Kurier". Er schrieb Kolumnen und Leitartikel und leitete von 1977 bis 1980 den "Sonntagskurier". 1980 wurde er stellvertretender Chefredakteur sowie Leiter des Innenpolitischen Ressorts, von 1992 bis 1996 war er Chefredakteur des "Kurier". Außerdem schrieb er in den 1980er Jahren Gastkommentare für "Profil" und "Wirtschaftswoche/Wochenpresse.
1997 wechselte Rauscher als Kolumnist zur Tageszeitung "Der Standard" und zum Wochenmagazin "Format" (die Zeitschrift wurde 2016 mit "Trend" fusioniert). Zu Rauschers Schwerpunkten gehören unter anderem Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, sein Einsatz für die liberale Demokratie, Probleme der Zuwanderung und Integration sowie europäische Zeitgeschichte.
Rauscher betrachtet sich "als Mitglied der Zivilgesellschaft, die in einem Land mit starkem autoritärem Denken versucht, dafür zu sorgen, dass dieses autoritäre Denken nicht die Oberhand gewinnt." Dafür setzt Rauscher vermehrt auf die sogenannten neuen Medien und tritt konsequenterweise für einen kostenlosen Zugang zur Online-Ausgabe des "Standard" ein, weil man dadurch neues Publikum erreichen könne. Er selbst bittet in unregelmäßigen Abständen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler sowie Meinungsbildner wie etwa Manfried Rauchensteiner, André Heller oder Hugo Portisch für seinen auf der Seite des "Standard" erscheinenden Videoblog "RAU-TV" vor die Kamera. Rauscher ist als Experte auch häufiger Gast von Diskussionsveranstaltungen.
Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlicht Hans Rauscher Monografien zur Zeitgeschichte. Im zuletzt erschienenen Buch "Was gesagt werden muss, aber nicht gesagt werden darf" greift er Themen wie die Flüchtlingsdebatte, Populismus und die Rolle des Journalismus auf.
Fallweise schreibt Rauscher auch literarische Texte, darunter ein Couplet für die Aufführung von Nestroys "Zu ebener Erde und erster Stock" am Wiener Volkstheater (2015).
Mitglieder der Jury:
Gertraud Borea d’Olmo, Vorstandsmitglied, Bruno Kreisky Forum, Legatarin von Ari Rath
Alexandra Föderl-Schmid, Süddeutsche Zeitung
Fritz Hausjell, Professor em. Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften; Reporter ohne Grenzen
Oliver Rathkolb, Professor em. Institut für Zeitgeschichte
BEGRÜSSUNG:
Bürgermeister Dr. Michael Ludwig
Gouverneur a.D. Univ. Prof. Dr. Ewald Nowotny, Vorsitzender des Kuratoriums der BrunoKreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte
FESTVORTRAG:
Angriffe auf unabhängige Justiz, Wissenschaft und Medien
Univ.-Prof.in Dr.in Frauke Brosius-Gersdorf, Rechtswissenschaftlerin, Universität Potsdam
PREISVERLEIHUNGEN:
Verleihung des Bruno Kreisky Preises an:
Youth Initiative for Human Rights - Kosovo
Laudatio: Marijana Grandits, Menschenrechtsexpertin
Verleihung des Bruno Kreisky Preises an:
Mag. Martin Schenk
Laudatio: Dr. Harald Katzmair, Soziologe und Philosoph
Verleihung des Bruno Kreisky Preises an:
Dr. Volker Türk, UN-Hochkommissar für Menschenrechte - Auszeichnung in Abwesenheit
MODERATION, DANK UND SCHLUSSWORTE:
Univ. Prof. i.R. DDr. Oliver Rathkolb, Vorstandsmitglied, Bruno Kreisky Stiftung für Verdienste um die Menschenrechte
Anschließender Empfang
Der Zutritt zur Veranstaltung erfolgt aus Sicherheitsgründen ausschließlich nach persönlicher Anmeldung per E-Mail unter office@kreisky-menschenrechte.org mit folgenden Daten: Vorname, Nachname, Adresse, Mobiltelefonnummer bis spätestens 15.10.2026 sowie unter Vorzeigen eines amtlichen Ausweises (Reisepass, Personalausweis, Führerschein) zu Identifikationszwecken.
Einlass ist nur bis 18:15 möglich.
PREISTRÄGER:INNEN 2026
Youth Initiative for Human Rights - Kosovo
Die Youth Initiative for Human Rights (YIHR) wurde 2003 als NGO gegründet und hat sich zu einem regionalen Netzwerk entwickelt, das Kosovo, Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Kroatien umfasst. Die YIHR Kosovo (YIHR KS) besteht seit 2004 und arbeitet seit zwei Jahrzehnten daran, Menschenrechte und demokratische Werte im Kosovo und in der Region zu schützen und zu fördern. Im Laufe der Jahre hat die YIHR KS erfolgreich Tausende junger Menschen engagiert, dauerhafte grenzüberschreitende Partnerschaften etabliert und nationale sowie internationale Anerkennung für ihre Beiträge zu Menschenrechten und Friedensförderung erhalten. Ihre Schwerpunkte sind der Umgang mit der Vergangenheit, der Schutz der Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit sowie die Stärkung junger Menschen auf lokaler und regionaler Ebene. Die Mission der YIHR KS ist es, junge Menschen zu inspirieren, Menschenrechtsverletzungen zu dokumentieren, präventive Maßnahmen zu ergreifen, deren Inklusion zu fördern und Partnerschaften aufzubauen, um Stimmen zu stärken und Frieden zu fördern. Die Geschäftsführerin ist Marigona Shabiu, die über umfangreiche Erfahrung in der Zivilgesellschaft und relevante akademische Qualifikationen verfügt.
Mag. Martin Schenk
Martin Schenk ist Sozialpsychologe, langjährig bei der Diakonie tätig und arbeitete zuvor in der Jugendarbeit sowie mit Menschen mit Behinderungen, Wohnungslosen und schwer Traumatisierten. Als Sozialexperte engagiert er sich seit Jahrzehnten für Gemeinwohl, Gerechtigkeit und ein gutes gesellschaftliches Miteinander und hat Mitte der 1990er die Armutskonferenz mitbegründet, in dessen Koordinationsteam er bis heute mitarbeitet. Er ist Netzwerker und Initiator u.a. von „Hunger auf Kunst und Kultur“, „Hemayat“, dem „Journalismuspreis für unten“, dem „Sozialrechtsnetz“ und dem Projekt „Mitgehen“. Mit wissenschaftlicher Evidenz und Erfahrungen Betroffener bekämpft er Mythen und Stigmatisierungen und organisiert dafür Öffentlichkeit und Lösungen. Er schreibt regelmäßig in der Straßenzeitung Augustin und unterrichtet an der Hochschule Soziale Arbeit Wien. Sein Buch „Brot und Rosen“ betont materielle und immaterielle Lebensgrundlagen. Zudem war er Mitinitiator relevanter Studien und ist seit 2000 Mitglied im Menschenrechtsbeirat.
Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte Dr. Volker Türk
Dr. Türk trat sein Amt als achter Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte im Oktober 2022 in Genf an.Zuvor war Dr. Türk Untergeneralsekretär für Grundsatzpolitik (2021-2022) und Beigeordneter Generalsekretär für strategische Koordination im Exekutivbüro des Generalsekretärs der Vereinten Nationen in New York (2019-2021). In dieser Funktion koordinierte er systemweite strategische Maßnahmen und Grundsatzfragen, inklusive den Bericht des Generalsekretärs „Our Common Agenda“ - eine Vision zur Stärkung des Multilateralismus, die als Grundlage für den Zukunftsgipfel und den Zukunftspakt diente. Als Beigeordneter Flüchtlingshochkommissar für Schutzfragen im UNHCR in Genf (2015-2019) spielte Dr. Türk unter anderem eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Globalen Paktes für Flüchtlinge. Davor war Dr. Türk in wichtigen Positionen für das UNHCR in Genf sowie in verschiedenen Ländern wie Malaysia, Kosovo, Bosnien und Herzegowina, der Demokratischen Republik Kongo und Kuwait tätig.Dr. Türk promovierte an der Universität Wien im Völkerrecht und hat zahlreiche akademische Arbeiten zum internationalen Flüchtlingsrecht und zu internationalen Menschenrechtsfragen veröffentlicht.
Narrative rund um Stärke, Disziplin und Selbstoptimierung prägen zunehmend digitale Räume und sprechen insbesondere junge Männer an. Während diese Inhalte häufig als unpolitische Lebensstilangebote erscheinen, werden sie von extremistischen Akteur gezielt aufgegriffen und mit antifeministischen, autoritären und demokratiefeindlichen Ideologien verknüpft. Extreme Männlichkeitsvorstellungen dienen dabei als Deutungsrahmen für gesellschaftliche Verunsicherungen und als Anknüpfungspunkt für Radikalisierungsprozesse.
Ausgehend von den Analysen Julia Ebners in Von Fitness zu Faschismus beleuchtet die Veranstaltung die Verschränkung von Geschlechterbildern, digitalen Plattformlogiken und extremistischen Rekrutierungsstrategien. Im Mittelpunkt stehen die Frage, wie Männlichkeitsnarrative zur Normalisierung extremistischer Ideologien beitragen können, welche Rolle soziale Medien dabei spielen und welche Konsequenzen sich daraus für politische Bildung, Prävention und demokratische Resilienz ergeben.
Julia Ebner, Extremismusforscherin, Autorin und Beraterin mit Schwerpunkt auf Radikalisierung, Extremismus und Desinformation im digitalen Raum. Sie forscht am Institute for Strategic Dialogue (ISD) sowie an der Universität Oxford und untersucht insbesondere, wie Online-Communities, soziale Medien und algorithmische Dynamiken zur Verbreitung extremistischer Ideologien beitragen.
Andreas Peham, Politikwissenschaftler und Rechtsextremismusforscher mit den Schwerpunkten Rechtsextremismus, Antisemitismus und Verschwörungsideologien. Er ist Mitarbeiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und publiziert sowie referiert regelmäßig zu Erscheinungsformen der extremen Rechten, ideologischen Kontinuitäten und aktuellen Radikalisierungsprozessen.
Moderation:
Tessa Szyszkowitz, Journalistin, Autorin und Historikerin , Sie ist Distinguished Fellow am britischen Verteidigungs-ThinkTank Royal United Services Institute RUSI in London und Kuratorin des Kreiskyforums.
The midterm elections will be a crucial test of the political and social divisions that have increasingly shaped the United States. One third of the Senate and all members of the House of Representatives will be elected, making control of Congress a decisive factor for the remainder of Donald Trump’s presidency.
If the Democrats succeed in winning control of Congress, Trump could effectively become a lame-duck president during the second half of his term. A Democratic majority could significantly constrain the administration’s ability to pass legislation, control government spending, and pursue some of its domestic priorities. At the same time, however, the administration has various instruments at its disposal to influence the political environment, like intimidation, political pressure, restrictive voting measures, and aggressive rhetoric which can affect voter turnout and the willingness of citizens to participate in the elections. Do such strategies primarily mobilize Trump’s supporters, or can they also discourage opposition voters from going to the polls?
Another important question is the role of foreign policy. Traditionally, US midterm elections have been dominated by domestic issues such as the economy, immigration, healthcare, and inflation. Yet conflicts in Europe and the Middle East, relations with China, NATO, and the future of US support for Ukraine could increasingly influence voters and shape the broader political debate. This is particularly relevant for Europe, where the outcome of the elections could have significant consequences for transatlantic relations, European security, and the future of NATO. What lessons can European democracies draw from the increasing polarization of American politics, and how should Europe prepare for a potentially more unpredictable and confrontational United States?
Cas Mudde, Professor of International Affairs / Political Science, University of Georgia
Erin Kristin Jenne, Professor of International Relations, Central European University
Reinhard Heinisch, Professor of Political Science, University of Salzburg
Moderation:
Raimund Löw, Journalist, author, and historian, head of Falter Radio
»Erziehung zur Grausamkeit ist ein wichtiges und verstörendes Buch. Es zeigt, wie Grausamkeit politisch erlernt wird – und wie gefährlich es ist, wenn eine Gesellschaft beginnt, sie für normal zu halten.« - Günter Kaindlstorfer, Deutschlandfunk
Robert Misik zeigt »wie aus Worten Waffen werden, aus Empörung Hass und aus Hass Entertainment.« - Kulturzeit
»Kenntnisreich und lesenswert… glänzend formuliert.« – Süddeutsche Zeitung
In Brechts Mann ist Mann aus dem Jahr 1926 wird erprobt, ob man Menschen mitsamt ihren Einstellungen beliebig formen kann. Der Arbeiter Galy Gay wird binnen einer Woche in eine gefühllose Kampfmaschine der britischen Kolonialarmee »ummontiert«. Keine zehn Jahre später geschah genau das im nationalsozialistischen Deutschland mit einer ganzen Gesellschaft.
Im Zuge der Eskalation des Rechtspopulismus zum Rechtsradikalismus und schließlich zu einem neuen Faschismus vollzieht sich vor unseren Augen etwas ganz Ähnliches. Das verhetzte Individuum fällt nicht vom Himmel. Es wird gemacht. Die Agitation schürt die Wut, die Verbitterungsgefühle, will ihre Anhänger in vollends paranoide Charaktere verwandeln, nährt einen Kult der Härte, Fantasien über allerlei Grausamkeiten, die man anderen antun könnte. Es sind Lehrjahre der Unmenschlichkeit.
Robert Misik, Autor und Journalist
Ilkim Erdost, Bereichsleiterin für Bildung, Konsument:innen, Wien in der ARebiterkammer Wien
Markus Brunner, Sozialpsychologe und Soziologe; wissenschaftlicher Leiter des Master-Studienschwer-punktes “Sozialpsychologie/Klinische Psychologie” an der Sigmund Freud Privat Universität (SFU) Wien
Eva Zeglovits, Politikwissenschafterin, Sozialwissenschaftlerin und Meinungsforscherin; Geschäftsführerin des Instituts für empirische Sozialforschung IFES
Moderation:
Wolfgang Schröder, Professor an der Universität Kassel, Direktor des Progressiven Zentrums (Berlin) und ehemaliger Staatssekretär für Arbeit und Soziales in Brandenburg
Robert Misik:
Erziehung zur Grausamkeit
Suhrkamp Verlag, August 2026, 18,00 €
Verfolgte Österreicher und ihr Beitrag an der Globalgeschichte des österreichischen Staatsvertrages.
Großer Lesesaal des Vereins für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA), Vorwärtshaus, Rechte Wienzeile 97, 1050 Wien
Programm
Donnerstag, 03.09.2026
18:30 Eröffnung Prof. Michaela Maier (VGA), Prof. Werner Anzenberger (BSF, BSA) Christian Cwik (KonaK)
18:45 - 19:45: Heinz Gärtner (International Institute for Peace): Modell Österreich: Bruno Kreiskys Neutralität (Keynote)
20:15 - 20:45: Uwe Christian Plachetka (KonaK/ADHILAC/Abrasa): Einführung in das Forschungsprojekt „Otto Heller und Bruno Kreiskys Beitrag“
Freitag, 04.09.2026
09:15 - 10:15: Christian Cwik (Universität Klagenfurt): Vienna as a center of conflict and peace policy in the 20th century
10:15 - 10:30: Kaffeepause / Coffee break
10:30 - 11:15: Maria Mesner (Universität Wien): Anmerkungen zu Kreiskys Perspektive auf Staatsvertrag und Neutralität
11:15 - 12:00: Wolfgang Maderthaner (Wien): Bruno Kreisky und das Projekt der Spätaufklärung (Keynote)
12:00 - 13:30: Mittagspause
13:30 - 14:30: Wolfgang Petritsch (Austrian Institute for International Affairs): Bruno Kreisky and the founding of the CSCE in the context of the North-South conflict (Keynote)
14:30 - 14:45: Kaffeepause / Coffee break
14:45 - 15:30: Monica Grin (Föderale Universität Rio de Janeiro, Brasilien): Die Österreicher:innengemeinde in Rio de Janeiro und ihr Kampf um die Unabhängigkeit Österreichs (portugiesisch mit deutscher Übersetzung)
15:30 - 16:15: Marcelo Cheche Galves (Universität Maranhão, Brasilien): Getúlio Vargas (1951–1954) and the nation-state in Brazil
16:15 - 17:00: Romário Sampaio Basílio (Universität Tocantina Maranhão, Brasilien): Brazilian Foreign Policy in Post-Colonial Globalization: Authoritarianism and International Cooperation (1945-1985)
17:00 - 17:15: Kaffeepause
17:15 - 18:00: Uwe Christian Plachetka (KonaK/ADHILAC/Abrasa): Die geheime Geschichte des österreichischen Staatsvertrages
18:00 - 19:00: Sergio Guerra Vilaboy (Havanna): Die Rolle Kubas bei der Herausbildung der Blockfreienbewegung in den 1950er Jahren (spanisch mit deutscher Übersetzung)
19:00 - 19:30: Schlussdiskussion und Resümee mit Uwe Christian Plachetka, Heinz Gärtner und Werner Anzenberger.
Workshop-Teilnahmepauschale: EUR 10,00
Wegen begrenzter Platzkapazitäten ersuchen wir um Anmeldung unter office@konak-wien.org
Zum Veranstaltungsort: Der Eingang zum Vorwärtshaus (Rechte Wienzeile 97) ist wegen aktueller U-Bahn Bauarbeiten etwas versteckt. Das Haus ist von der Gerüstpassage auf der Rechten Wienzeile aus durch eine Baustellentür zugänglich.
Gefördert durch den Nationalfonds der Republik Österreich für die Opfer des Nationalsozialismus, Stadt Wien - MA 7 Wissenschaft sowie den Bund sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen.