PUTINS KRIEG UND DIE RUSSISCHE GESELLSCHAFT

Irina Scherbakowa im Gespräch mit Carola Schneider
PUTINS KRIEG UND DIE RUSSISCHE GESELLSCHAFT
Gibt es einen Ausweg?
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Scherbakowa ihr Heimatland verlassen. In einem Zeitungsinterview beklagte Scherbakowa, kritische Stimmen zu Russland in Deutschland hätten zu wenig Gehör gefunden: „Wir haben immer wieder gesagt, wohin die Reise in Russland geht – auch wenn ich mir sicherlich diese Katastrophe nicht vorgestellt habe“, sagte Scherbakowa. Zugleich verurteilte sie die Regierungsnähe und kriegsbejahende Haltung der russisch-orthodoxen Kirche. Die Weltsicht des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete Scherbakowa als „eine Giftmischung aus Nationalismus, Imperialismus, Ressentiments und Verachtung anderer Völker und Republiken, die sich aus der Sowjetunion befreit haben“
Irina Scherbakowa ist eine der prominentesten Stimmen der russischen Zivilgesellschaft. Die 1949 in Moskau geborene Historikerin ist Mitbegründerin der Menschenrechtsorganisation Memorial. Die Organisation erforscht die Verbrechen der stalinistischen Gewaltherrschaft. Memorial ist seit Ende letzten Jahres in Russland verboten. In Deutschland wurde Scherbakowa u.a. mit der Goethe-Medaille ausgezeichnet. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Schriften zu Gulag und Stalinismus. Zuletzt erschien von ihr auf Deutsch das Buch „Die Hände meines Vaters. Eine russische Familiengeschichte“.
Carola Schneider, ORF, war von 1996 bis 2001 in der Politikredaktion des ORF-Landesstudio Vorarlberg tätig. Seit 2001 ist Schneider als ORF-Auslandskorrespondentin im Einsatz, zunächst bis 2003 in Paris, anschließend bis 2011 in Zürich. Von 2011 bis 2021 leitete sie das Moskauer ORF-Korrespondentenbüro. Derzeit ist Carola Schneider in Bildungskarenz und lebt weiterhin in Moskau. 2017 erschien ihr Buch „Mein Russland. Begegnungen in einem widersprüchlichen Land“.
In Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Frauenrat