SCHIRACH

SCHIRACH
Eine Generation zwischen Goethe und Hitler
Der Historiker Oliver Rathkolb im Gespräch mit Cathrin Kahlweit, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung
„Ein Augenöffner über eine der zwielichtigsten Figuren des NS-Regimes.“
Joachim Riedl, DIE ZEIT
Das Angebot des „Führers“ an den 18-jährigen Baldur von Schirach ist verlockend: „Solche jungen Männer braucht die Partei, braucht Deutschland!“ Der angehende Student der Germanistik und Kunstgeschichte kann diesem Ruf Hitlers nicht widerstehen, es beginnt eine steile Karriere.1930 wird er zum Reichsjugendführer ernannt, als treuer Paladin seines Herrn schwört er die „Hitlerjugend“ auf die „braune Revolution“ ein. Er träumt von einem faschistischen Europa unter deutscher Führung und lässt als Gauleiter von Wien die jüdische Bevölkerung in die Todeslager deportieren.1946 wird Baldur von Schirach, inzwischen Vater von vier Kindern, in Nürnberg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt. Seine Familie muss mit den düsteren Schatten der NS-Verstrickungen leben …
Oliver Rathkolbs aktuelles Buch über den ehemaligen Reichsjugendführer des NS-Regimes und Gauleiter von Wien, Baldur von Schirach, wurde von einer Experten- und Expertinnenjury in die Top 5 bei der Wahl zum Wissenschaftsbuch des Jahres nominiert.
Oliver Rathkolb: Schirach – Eine Generation zwischen Goethe und Hitler.
Molden Verlag, Wien 2020; ISBN 978-3-222-15058-6, 352 S., 32,– €
Oliver Rathkolb,
Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte und Mitglied des Senats der Universität Wien. Vorsitzender der Wissenschaftlichen Beiräte im Haus der Europäischen Geschichte in Brüssel beim ERP und im Haus der Geschichte Österreich. Ehemaliger Leiter der Stiftung Bruno Kreisky Archiv und 1992–2004 Wissenschaftskoordinator des Bruno Kreisky Forums. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. Die Paradoxe Republik. Österreich 1945-2015 (Paul Zsolnay Verlag), die mit dem Donauland-Sachbuchpreis Danubius und dem Bruno Kreisky Preis für das politische Buch ausgezeichnet wurde.
Cathrin Kahlweit,
Studium Russisch und Politik in Eugene (USA), Tübingen, Göttingen und Moskau; danach Hamburger Journalistenschule (Gruner & Jahr). Seit 1989 Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung, 2012 bis 2017 SZ-Korrespondentin für Zentraleuropa mit Sitz in Wien. Von 2017 bis 2020 Korrespondentin für das Vereinigte Königreich mit Sitz in London; seit September 2020 zurück in Wien als Korrespondentin für Mittel- und Osteuropa. Buchautorin.