VERANSTALTUNG

VERMÄCHTNISRISIKEN

Monika Halkort im Gespräch mit Monika Halkort, Verena Winiwarter
ORT:
Bruno Kreisky Forum
Podiumsdiskussion

Monika Halkort im Gespräch mit Verena Winiwarter

VERMÄCHTNISRISIKEN
Wie Krieg, Öl und Waffen Umwelt und Klima zerstören

KRIEG UND KLIMA ist eine neue Gesprächsreihe, die die langfristigen Umwelt- und Klimafolgen kriegerischer Auseinandersetzungen anhand der aktuellen Konflikte in der Welt verdeutlicht. Die Kriege unter anderem in Syrien, Jemen, Libyen, Irak und Sudan haben ganze Landstriche, Flüsse und Küstenstreifen in toxische Müllhalden verwandelt, wo sich Kriegstrümmer mit giftigen Chemikalien, Ölteppichen und radioaktivem Waffenmaterial auf gefährliche Weise vermischen. Sie bedrohen nicht nur die Grundwasser und Nahrungsversorgung der betroffenen Bevölkerungen, sondern treiben weitgehend unkontrolliert den CO2 Ausstoß nach oben, während sie wichtige natürliche Ressourcen zur Verminderung dieser Emissionen zerstören. Öl-Pipelines, Kraftwerke, und Industrieanlagen sind routinemäßige Angriffsziele in der strategischen Planung von Kriegseinsätzen. Mögliche Schutzbestimmungen für Natur und Umweltressourcen sind damit von vornherein ausgehebelt bzw. werden mit dem Verweis auf den militärischen Nutzen solcher Angriffe zur Seite gewischt. Die finanzielle wie moralische Verantwortung für die Widerinstandsetzung bzw. die Beseitigung der langfristigen Folgen dagegen, ist weder rechtlich noch geopolitisch eindeutig geklärt. Das Kreisky Forum bietet einen ausgezeichneten Rahmen, um diese kritische Leerstelle in der Diskussion rund um den Klimawandel zu füllen und die lange vernachlässigte Rolle von Krieg und militärischen Konflikten breitenwirksam in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren.

In diesem Gespräch geht es um eine historische Perspektive, um den Zusammenhang von Erdöl und Krieg, der sich seit dem Ersten Weltkrieg als entscheidend erweist.

Verena Winiwarter war Professorin für Umweltgeschichte an der Universität für Bodenkultur Wien. Sie leitet die Kommission für interdisziplinäre ökologische Studien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ihre aktuelle Forschung beschäftigt sich mit den toxischen Altlasten aufgelassener Minen, Waffendepots oder auch Militärbasen, und hier vor allem mit der Unberechenbarkeit biologischer und chemischer Prozesse, die Industrie und Kriegsabfall auslösen können. Diese Unwägbarkeiten sind in den UN-Klimazielen aber auch in den Zielvorgaben für die Nachhaltigen Entwicklung (SDG) nicht berücksichtigt. Winiwarter nähert sich dem Thema aus einer feministischen Perspektive und greift auf interdisziplinäre Forschungsmethoden zurück.

Monika Halkort ist Sozialwissenschaftlerin und Journalistin in Wien. Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit produziert sie regelmäßig Beiträge für die Ö1 Sendungen Radiokolleg, Hörbilder und Diagonal. Darüber hinaus unterrichtet sie an der Universität für Angewandte Kunst im Rahmen des Master-Studienganges ‚Applied Human Rights and the Arts`, unter der Leitung von Manfred Novak. Von 2011 bis 2020 lehrte und forschte sie an der Libanesisch Amerikanischen Universität in Beirut, Libanon. Der thematische Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen und publizistischen Tätigkeit sind die historischen Verflechtungen von Kolonialismus, Technologie- und Wissensproduktion und wie sie Ideen von Nachhaltigkeit, planetarisches Denken und Umweltgerechtigkeit bis heute prägen.