Besuch des jordanischen Außenministers im Bruno Kreisky Forum

Am 2. September 2026 besuchte der jordanische Außenminister und stellvertretende Ministerpräsident S.E. Ayman Safadi das Bruno Kreisky Forum für internationalen Dialog. Im Gespräch mit Gudrun Harrer standen die Entwicklungen im Nahen Osten und die Rolle Jordaniens als Stabilitätsanker und Vermittler in der Region im Mittelpunkt.
S.E. Ayman Safadi ging auf die jüngsten Angriffe Irans auf Jordanien und andere Staaten der Region ein und unterstrich Jordaniens Recht, seine Sicherheit und die seiner Bevölkerung zu schützen. Zugleich betonte er, dass eine nachhaltige Lösung nur auf diplomatischem Weg erreicht werden könne – auf der Grundlage des Völkerrechts, der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und guter nachbarschaftlicher Beziehungen.
Ein zentraler Schwerpunkt des Gesprächs war der israelisch-palästinensische Konflikt, insbesondere der fortgesetzte Siedlungsbau, Landenteignungen und Übergriffe israelischer Siedler auf die palästinensische Bevölkerung gefährdeten die Stabilität und drohen die Grundlage für eine Zweistaatenlösung endgültig zu zerstören. Ein Weg, von dem sich die derzeitige israelische Regierung zunehmend entferne. Für Jordanien bleibe die Zweistaatenlösung der einzige Weg zu einem gerechten und dauerhaften Frieden. Damit wurde auch an eine zentrale Position Bruno Kreiskys angeknüpft, der in der Zweistaatenlösung eine „gerechte Lösung“ sah.
Seit mehr als 70 Jahren verbinden Jordanien und Österreich enge diplomatische Beziehungen, die auch durch Bruno Kreisky geprägt wurden und bis heute nachwirken. Kreisky betrachtete Jordanien bereits seit den 1970er-Jahren als wichtigen Partner bei den Friedensbemühungen im Nahen Osten. Das Gespräch machte deutlich, wie aktuell die von Bruno Kreisky vertretene Idee eines gerechten Friedens und einer politischen Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts bis heute ist.

Die Podiumsdiskussion wurde auch von der Presse rezipiert: Jordaniens Außenminister Safadi in Wien: "Es ist höchste Zeit, sich in den Nahostkonflikt einzumischen"
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Website oder die Aufzeichnung auf unserem Youtube Kanal.