MO02. Oktober, 19:00UHR

LINKS IST NICHT WOKE

Reihe: Genial Dagegen
KuratorIn: Robert Misik
Vortragende: Susan Neiman

Robert Misik im Gespräch mit Susan Neiman

LINKS IST NICHT WOKE

Es ist eines der meistdiskutierten und auch umstrittensten Bücher des Herbstes. „Links ist nicht woke“, von Susan Neiman. Kampf gegen Diskriminierungen jeder Art ist zentral für das linke Denken und Engagement. Und auch, dass die, die bisher eher ungehört waren, eine starke Stimme bekommen. Doch Susan Neiman hat Einwände, wenn nur mehr jede Subgruppe ihre eigene Agenda verfolgt, ein Gegeneinander und eine Kompromisslosigkeit einzieht und die Möglichkeit zu breiten Allianzen mutwillig zerstört wird. Aber ist das mehr als eine Kritik an Stilfragen, an Übertreibungen und vereinzelten Verrücktheiten, die es innerhalb der Linken sowieso immer gab?
Seit sie denken kann, ist Susan Neiman erklärte Linke. In ihrer von Leidenschaft und Witz befeuerten Streitschrift untersucht sie, wie zeitgenössische Stimmen, die sich als links bezeichnen, ausgerechnet die Überzeugungen aufgegeben haben, die für den linken Standpunkt entscheidend sind: ein Bekenntnis zum Universalismus, der Glaube an die Möglichkeit des Fortschritts und die klare Unterscheidung zwischen Macht und Gerechtigkeit. Als Philosophin überprüft sie dabei die identitätspolitische Kritik an der Aufklärung als rassistisch, kolonialistisch, eurozentristisch und stellt fest: Die heutige Linke beraubt sich selbst der Konzepte, die für den Widerstand gegen den weltweiten Rechtsruck dringend gebraucht werden.

Susan Neiman, Einstein Forums Potsdam
Robert Misik, Autor und Journalist

Susan Neiman, 1955 in Atlanta, Georgia, geboren, war Professorin für Philosophie an den Universitäten Yale und Tel Aviv, bevor sie im Jahr 2000 die Leitung des Einstein Forums in Potsdam übernahm. Bei Hanser Berlin erschienen von ihr zuletzt Warum erwachsen werden? (2015) und Von den Deutschen lernen (2020). Sie lebt in Berlin.

Susan Neiman: Links ist nicht woke
übersetzt aus dem Englischen von Christiana Goldmann; Carl Hanser Verlag, August 2023, 22,- €

 

DI03. Oktober, 19:00UHR

ALS SCHNITZLER MIT DEM KANZLER STRITT

Reihe: Es ist ein gutes Land
KuratorIn: Wolfgang Maderthaner
Vortragende: Herbert Lackner, Heinz Fischer

Herbert Lackner und Heinz Fischer im Gespräch

ALS SCHNITZLER MIT DEM KANZLER STRITT
Kunst im Spannungsfeld Freiheit – Politik – Publikum

 

Wie Rechtsradikale wegen Schnitzlers „Reigen“ die Wiener Kammerspiele verwüsteten – warum die Kirche wegen eines Besuchs von Josephine Baker Bußgottesdienste veranstaltete – warum Österreichs Regierung 1933 die Bücherverbrennung in Deutschland bejubelte – wie Stefan Zweig aus Österreich vertrieben wurde – welche Autoren schon früh zu den Nazis überliefen – wer das miefige Kulturklima der Nachkriegsjahre zu verantworten hatte – wie Valie Export, Hermann Nitsch, Peter Turrini und viele andere um ihr Werk kämpfen mussten.
Herbert Lackner beschreibt in seinem neuen Buch das Ringen von Autor:innen, Musiker:innen und Künstler:innen um ihre Freiheit – eine politische Kulturgeschichte Österreichs.
Bei der Erstpräsentation im Bruno Kreisky Forum spricht Herbert Lackner mit Heinz Fischer über Kunst im Spannungsfeld Freiheit – Politik – Publikum.

Herbert Lackner, geboren in Wien, studierte Politikwissenschaft und Publizistik, war stellvertretender Chefredakteur der „Arbeiter Zeitung” und danach 23 Jahre lang Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Beiträge in profil und Die Zeit. Zuletzt sind seine zeithistorischen Bestseller Als die Nacht sich senkte, Die Flucht der Dichter und Denker, Rückkehr in die fremde Heimat sowie Die Medizin und ihre Feinde im Carl Ueberreuter Verlag erschienen.  

Heinz Fischer, geboren in Graz, Jurist und Politikwissenschaftler, war 12 Jahre lang österreichischer Bundespräsident (2004-2016). Zuvor hatte er verschiedene politische Ämter inne: So war er Abgeordneter der SPÖ im Nationalrat, Klubobmann, Wissenschaftsminister und Präsident des Österreichischen Nationalrates (1990-2002). Seit 2018 ist er Co-Vorsitzender des Ban Ki-Moon Centre for Global Citizens.

In Zusammenarbeit mit dem Carl Ueberreuter Verlag

Herbert Lackner:
Als Schnitzler mit dem Kanzler stritt. Eine politische Kulturgeschichte Österreichs
Ueberreuter, September 2023, 208 Seiten, ISBN: 978-3-8000-7844-8, € 25,-

 

DO05. Oktober, 19:00UHR

NORDAFRIKA ZWISCHEN STAGNATION UND TURBULENZ

Reihe: Africa. Dimensions of a Continent
KuratorIn: Georg Lennkh
Vortragende: Canan Atilgan

Georg Lennkh im Gespräch mit Canan Atilgan

NORDAFRIKA ZWISCHEN STAGNATION UND TURBULENZ

Nordafrika ist geprägt von fragiler Staatlichkeit, politischer Unsicherheit sowie sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Der Arabische Frühling vor einer Dekade gilt allgemein als gescheitert, während der Ruf nach sozialem, wirtschaftlichem und politischem Wandel anhält. Die COVID-19-Pandemie und der Ukraine-Krieg trafen die wirtschaftlich und sozial ohnehin fragilen Länder besonders hart und fungieren als Brandbeschleuniger für die vielen Herausforderungen. Parallel dazu prägen Konflikte wie in der Westsahara oder in Libyen und zwischenstaatliche Streitigkeiten die geopolitischen Dynamiken.

Die gesamte Region steht vor einer beispielslosen Geopolitisierung, in der regionale und globale Rivalitäten ausgefochten und Einflusssphären abgesteckt werden. Diese geopolitische Dynamik hat Konsequenzen für die Gestaltungsmacht Europas in seiner direkten Nachbarschaft. Wie kann Europa langfristige und nachhaltige Wege finden, um in der eigenen Nachbarschaft relevant zu bleiben und die Zukunft mitzugestalten?

Canan Atilgan leitet seit Mai 2022 die Abteilung Naher Osten und Nordafrika in der Hauptabteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin. Zuvor leitete sie vier Jahre lang als Direktorin das Regionalprogramm Politischer Dialog Südliches Mittelmeer mit Sitz in Tunis und von 2011 bis 2015 das Regionalprogramm Südkaukasus in Tiflis. Zu ihren Stationen in der Konrad-Adenauer-Stiftung gehörten außerdem Büroleitungen in Thailand, den Palästinensischen Gebieten und Jordanien. Zwischen 2005 und 2007 war sie Koordinatorin für Europapolitik in der Stiftungszentrale in Berlin. Sie promovierte in Politikwissenschaften mit Schwerpunkt internationale Beziehungen.

 Georg Lennkh, ehem. österreichischer Sonderbotschafter für Afrika, Vorstandsmitglied des Kreisky Forums

 

FR06. Oktober, 19:00UHR

BERG-KARABACH: THE END OF AN ENCLAVE

Reihe: Philoxenia
KuratorIn: Tessa Szyszkowitz
Vortragende: Tom de Waal

YouTube Premiere

Tessa Szyszkowitz in conversation with Thomas de Waal

BERG-KARABACH: THE END OF AN ENCLAVE

After the recent military victory of Azerbaijan over Armenia most of the Armenian population of the enclave Nagorno-Karabakh has feld to Armenia. More than 100.000 people left their homes. On September 19, Azerbaijan used military force to retake the Armenian-populated territory of Nagorno-Karabakh, crossing a red line drawn for it by both the European Union and the United States. The fact that Western actors were blindsided strengthens the supposition that Aliyev cleared his military assault in advance with Moscow—which then failed to condemn Baku—and is coming into closer alignment with Russia. That is all the more relevant as the next big issue is the planned transport route across Armenia to Azerbaijan’s exclave of Nakhichevan. Russia, Azerbaijan, and Turkey all have a shared interest in imposing their own version of what the latter two call the Zangezur Corridor with as little Armenian control of the route as possible—and perhaps by force. Azerbaijan has given orders to close down the enclave by January 1 2024.

In this Online talk Kaukasus-expert Thomas de Waal will explain the deep implications of the end of Nagorno- Karabakh for the international policy arena.

Thomas de Waal, is a senior fellow with Carnegie Europe, specializing in Eastern Europe and the Caucasus region. He is the author of numerous publications about the region. He is best known for his 2003 book Black Garden: Armenia and Azerbaijan Through Peace and War. Tom is also the brother of Africa-specialist Alex de Waal and Edmund de Waal, author of the Hare with the amber Eyes.

Tessa Szyszkowitz, is an Austrian journalist and author. She writes for Austrian and German publications such as Falter & Tagesspiegel, she is also a Distinguished Fellow of the Royal United Services Institute in London.

DI10. Oktober, 19:00UHR

DER LEUCHTENDE STERN

Reihe: Migration - Diaspora - Flucht
Vortragende: Doron Rabinovici, Helene Maimann

Im Gespräch

Helene Maimann und Doron Rabinovici

DER LEUCHTENDE STERN
Wir Kinder der Überlebenden

 

Unsere Eltern hatten ein extremes Leben hinter sich : als Kämpfer in Spanien, in der Résistance, in den Armeen der Alliierten, als Überlebende im Untergrund oder in einem KZ, im Exil in Moskau oder in einem Lager in Sibirien. Andere standen auf Schindlers Liste. Sie waren jüdisch oder kommunistisch oder beides. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Welt eine andere, das stand für sie fest. Ihre Kinder gingen vom Rand der Gesellschaft in ihre Mitte. Viele zählen heute zur kulturellen und politischen Avantgarde. Die Historikerin Helene Maimann ist eine von ihnen. Sie erzählt von ihrer Prägung, aber auch von den Konfrontationen mit der Welt der Eltern, von Hoffnungen und vom Scheitern und von den Freunden Elizabeth T. Spira, Robert Schindel, André Glucksmann, Edek Bartz, Arik Brauer u.a.

Helene Maimann, in Wien geboren, ist Historikerin, Autorin und Filmemacherin. Sie kuratierte mehrere große Ausstellungen zur österreichischen Zeitgeschichte und wurde u. a. mit dem Karl-Renner- Publizistikpreis (2011), dem Käthe-Leichter-Staatspreis für Frauenforschung (2017) und dem Axel-Corti-Preis (2019) ausgezeichnet.

Doron Rabinovici, in Tel Aviv geboren, in Wien aufgewachsen, ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge. Sein jüngster Roman „Die Einstellung“ erschien 2022 im Suhrkamp-Verlag. Für sein Werk wurde er u.a. mit dem Anton-Wildgans-Preis und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.

In Zusammenarbeit mit dem Zsolnay Verlag

Helene Maimann:
Der leuchtende Stern. Wir Kinder der Überlebenden
Zsolnay Verlag, August 2023, ISBN 978-3-552-07279-4, € 28,-

 

DO12. Oktober, 19:00UHR

REVANCHE

Reihe: Window on Russia
KuratorIn: Nina Khrushcheva
Vortragende: Raimund Löw, Michael Thumann

Raimund Löw im Gespräch mit Michael Thumann

REVANCHE
Wie Putin das bedrohlichste Regime der Welt geschaffen hat

Kaum einer kennt Russland besser als Michael Thumann, der seit über 25 Jahren aus Osteuropa für die ZEIT berichtet. Mit „Revanche“ hat er ein atemberaubend geschriebenes Buch vorgelegt, das Russlands Absturz in eine zunehmend totalitäre Diktatur und den Weg in Putins imperialistischen Krieg aus nächster Nähe nachzeichnet. Das Motiv des Diktators und seiner Getreuen: Revanche zu nehmen für die demokratische Öffnung nach 1991 und die vermeintliche Demütigung durch den Westen. Putins Herrschaft radikalisiert sich weiter. Es ist zum bedrohlichsten Regime der Welt geworden.
Raimund Löw spricht mit Michael Thumann über Russlands Politik und Gesellschaft in Zeiten des Krieges, über „Planet Putin“ und was diesen trägt und bewegt.

Michael Thumann ist Außenpolitischer Korrespondent der ZEIT und lebt in Moskau. Seit den 1990er Jahren berichtet er für die ZEIT aus Russland, Osteuropa und dem Nahen Osten. Seine Artikel, Podcasts und Bücher über Russland als Vielvölkerstaat und den neuen Nationalismus Putins haben unseren Blick auf dieses Land erweitert. Russland kennt er schon aus Studienzeiten, als er unter anderem an der Moskauer Lomonossow-Universität studierte.

Raimund Löw, Journalist, Autor, Historiker, ist Leiter des Falter Radio. Davor berichtete er seit den 1980er-Jahren für den ORF als Auslandskorrespondent, u.a. aus Moskau, Brüssel, Washington und Peking

In Zusammenarbeit mit Falter Radio

Michael Thumann:
Revanche. Wie Putin das bedrohlichste Regime der Welt geschaffen hat
Verlag C.H.Beck, 2023, 288 Seiten, ISBN 978-3-406-79935-8

 

DI17. Oktober, 19:00UHR

THE INFLUENCE OF THE CONSULTING INDUSTRY ON BUSINESSES, GOVERNMENTS AND ECONOMIES

Reihe: Wissenschaftsgespräche
Vortragende: Rosie Collington, Therese Guttmann

Rosie Collington in conversation with Therese Guttmann

THE INFLUENCE OF THE CONSULTING INDUSTRY ON BUSINESSES, GOVERNMENTS AND ECONOMIES

There is an entrenched relationship between the consulting industry and the way business and government are managed today.

Based on her book co-authored with Mariana Mazzucato, in this talk, Rosie Collington will explore how our economies’ reliance on companies such as McKinsey, Boston Consulting Group and Deloitte stunts innovation, obfuscates corporate and political accountability and impedes our collective mission of halting climate breakdown – and what an alternative system looks like.

Rosie Collington is a political economist based at University College London’s Institute for Innovation and Public Purpose, where she is also completing her PhD. Alongside her academic research, she writes for and has appeared on various international media outlets including Al Jazeera, BBC Radio 4 and The Guardian.

Therese Guttmann is a socio-economist at the Ecological Economics Institute of the Vienna University of Economics and Business Administration and conducts research on socio-ecological change. After studying economics, she worked as a consultant at Volkshilfe Austria and as a researcher at AIT.

 

In cooperation with WIENER VORLESUNGEN

Wiener Vorlesungen

DO19. Oktober, 19:00UHR

SCHAUPLÄTZE DER MACHT

Reihe: Wissenschaftsgespräche
Vortragende: Oliver Rathkolb, Manfred Matzka

Oliver Rathkolb im Gespräch mit Manfred Matzka

SCHAUPLÄTZE DER MACHT
Geheimnisse, Menschen, Machenschaften

Wenn Wände sprechen könnten, wüssten wir, was sich in der einstigen Döblinger Präsidentenvilla, im Palais Trautson, im Kriegsministerium am Stubenring, in der Herrengasse, im Winterpalais des Prinzen Eugen, am Ballhausplatz, in hinteren Winkeln der Hofburg, im Vorwärts-Haus und im Palais Todesco alles abspielte. Denn wo Macht und Menschen zusammenkommen, sind kuriose Persönlichkeiten ebenso nah wie große Skandale, absurde Intrigen, finstere Klüngel, revolutionärer Elan und schicksalhafte Begegnung.
Mit Manfred Matzka, der Österreichs politischen Betrieb von innen kennt wie wenig andere, blicken wir nun hinter die Architektur der Macht – und begegnen jenen oft ganz speziellen Charakteren, die von hier aus mal besser, mal schlechter gewaltet und geschaltet haben. Geschichten kommen an das Licht der Öffentlichkeit, die es in der Regel nicht tun: fundiert recherchierte, spannende und erhellende Einblicke, Zusammenhänge und Analysen, durchaus auch politisch subjektiv.

 

Manfred Matzka, Jurist, langjähriger Präsidialchef des Bundeskanzleramtes, Minister- und Kanzlerberater, ist ein fundierter Kenner des politischen Tagesgeschäfts in Österreich. Er arbeitete 40 Jahre im Bundesdienst, lange auch als Kabinettschef, wurde von der Politik als Insider akzeptiert und respektiert und hält mit seiner stets ebenso gut begründeten wie pointierten Meinung nicht hinter dem Berg. Er ist Autor der Bestseller „Die Staatskanzlei“ sowie „Hofräte, Einflüsterer, Spindoktoren“.

Oliver Rathkolb ist Professor am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Seit 2004 ist er Herausgeber der Fachzeitschrift „zeitgeschichte“. Er ist Vorsitzender des Hauses der europäischen Geschichte (Europäisches Parlament/Brüssel) und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Kreisky Forums. Zahlreiche Publikationen zur Zeitgeschichte, zuletzt „Schirach. Eine Generation zwischen Goethe und Hitler“ (Molden-Verlag 2020, auch ins Englische und Französische übersetzt) sowie die mehrfach herausgegebene und ausgezeichnete Monographie „Die Paradoxe Republik. Österreich 1945-2015″(Paul Zsolnay Verlag Wien 2015; englische Übersetzung: Berghahn Books New York -Oxford 2021)

 

In Zusammenarbeit mit dem Brandstätter Verlag

 

Manfred Matzka:
Schauplätze der Macht. Geheimnisse, Menschen, Machenschaften
Brandstätter, Oktober 2023, 240 Seiten, ISBN: 978-3-7106-0736-3: € 28,-

 

MO23. Oktober, 19:00UHR

A LANDSCAPE OF WAR

Monika Halkort in conversation with Munira Khayyat
A LANDSCAPE OF WAR

What worlds take root in war? This talk takes us to the southern border of Lebanon where resistant ecologies thrive amid perennial gusts of war. In frontline villages armed invasions, indiscriminate bombings and scattered landmines have become the conditions within which everyday life is waged. Here, multi-species partnerships such as tobacco-farming and goat-herding carry life through seasons of destruction. Neither green-tinged utopia nor total devastation, these survival collectives make life possible within an insistently deadly region. Sourcing an anthropology of war from where it is lived decolonizes distant theories of war and brings to light creative practices forged in the midst of ongoing devastation. Like other unlivable worlds of the Anthropocene, war is a place where life must go on.

Munira Khayyat teaches anthropology at New York University Abu Dhabi. She is the author of A Landscape of War: Ecologies of Resistance and Survival in South Lebanon (University of California Press 2022). Her writing has appeared in American EthnologistPublic CultureJMEWSCultural AnthropologyAnthropology NewsHAU and a number of edited volumes. Khayyat was a Member of the School of Social Science at the Institute for Advanced Study in Princeton (2018-19). Before joining NYUAD, she taught at the American University in Cairo (2013-23) and the American University of Beirut (2011-13). She holds a PhD in Cultural Anthropology from Columbia University.

Monika Halkort is a researcher and lecturer at the School for Transformation at the University of Applied Arts in Vienna. Her research focuses on the political and moral ecology of techno-scientific infrastructures and their historical entanglements with colonial knowledge regimes. Next to her academic work, she is a regular contributor to the Ö1 programs Radiokolleg and Diagonal.

MO30. Oktober, 19:00UHR

AUFKLÄRUNG IN ZEITEN DER VERDUNKELUNG

Reihe: Zerrissene Jahre
KuratorIn: Philipp Blom
Vortragende: Philipp Blom, Cathrin Kahlweit

YouTube Premiere „Aus Kreiskys Wohnzimmer“

Philipp Blom im Gespräch mit Cathrin Kahlweit

AUFKLÄRUNG IN ZEITEN DER VERDUNKELUNG

 

Das neue Buch von Philipp Blom ist der Aufruf zu einer neuen Klarheit des Denkens. Denn die Probleme von morgen können wir nicht mit der Denkweise und Philosophie von gestern bekämpfen. Wenn die wichtigsten politischen und philosophischen Errungenschaften der Aufklärung – Demokratie, Menschenrechte, evidenzbasiertes Denken – überleben sollen, müssen wir eine Lebensweise und ein Verständnis der Welt entwickeln, die dem menschlichen Wohlergehen verpflichtet sind und von planetarischer Gerechtigkeit getragen werden.
In existenziellen Krisen der Menschheit ist das Ethos der Aufklärung notwendiger denn je. In seinem kämpferischen Essay zeigt Philipp Blom: Es sind mit theologischem Schutt behaftete Ideen, die von der gemäßigten Hauptströmung der Aufklärung transportiert wurden und unser Denken und Handeln bis heute prägen. Jetzt ist es Zeit für die wahre, radikale Aufklärung!

Philipp Blom, geboren 1970 in Hamburg, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Er lebt als Schriftsteller und Historiker in Wien. Zu den bekanntesten Büchern des vielfach ausgezeichneten Bestseller-Autors zählen Der taumelnde Kontinent, Die zerrissenen Jahre, Die Welt aus den Angeln, Was auf dem Spiel steht sowie zuletzt Die Unterwerfung. Neben seinen historischen und literarischen Werken ist Philipp Blom journalistisch tätig, moderiert die Sendung Punkt Eins auf dem österreichischen Kultursender Ö1, macht Filme wie die mehrfach preisgekrönte Dokumentarserie Der taumelnde Kontinent und kuratiert Ausstellungen in Europa und den USA.

Cathrin Kahlweit, Journalistin und Publizistin

 

Philipp Blom:
Aufklärung in Zeiten der Verdunkelung
Brandstätter Verlag/Auf dem Punkt, September 2023, ISBN: 978-3-7106-0737-0; € 22,-